Obst- und Gartenkultur Vorarlberg

Schöner Abschluss und energiegeladener Neubeginn

Das Räuchern in der besinnlichsten Zeit des Jahres heißt sich manchmal eine kurze Pause gönnen. Eine Pause gefüllt mit Glaube und Hoffnung, mit Aberglaube und ein bisschen Zauber.

Die Geschichte und damit das Brauchtum des Räucherns ist so alt wie die Menschheit. Schon früh hat der Mensch die wärmende Kraft des Feuers aber auch die segensreiche Kunst Kräuter, Wurzeln und Harze zu räuchern entdeckt. Unsere Ahnen fanden wohl sehr schnell heraus, welche Kräfte manche Pflanzen beim Verräuchern freisetzen und wie intensiv der Duft der Räucherstoffe in ihnen nachwirkt. Die feinen Duftkomponenten, die in den Räucherstoffen eingeschlossen sind, werden frei und ziehen langsam in einer Rauchwolke zum Himmel. Wenn wir sie einatmen berühren sie unser innerstes, dort wo wir manchmal die meiste Herzensgüte brauchen würden. Räuchern bewirkt etwas in uns. Diesen Zauber wollen wir wieder in unser Leben holen. Herz und Seele lieben Düfte! Manche Kräuter und Harze haben die Kraft uns aus seelischen Tiefs zu holen, seelische Schmerzen zu lindern oder sie helfen uns loszulassen. Sorgen und schlechte Gedanken lösen sich in Rauch auf. Andre regen Zufriedenheit, Fröhlichkeit, Sinne und unsere Sinnlichkeit an. Daneben gibt es noch die, die uns die Tür zur Anderswelt öffnen, besonders in den geheimnisvollen Raunächten.

Die Zeit der Raunächte ist in der nordischen Mythologie, die Zeit in der die Gesetzte der Natur außer Kraft gesetzt sind, Tür und Grenze zu anderen Welt sind offen. Es ist die Zeit in der die Tiere sprechen, die Räder still stehen und die wilde Jagd ihr Unwesen treibt. Angeführt von Wotan, dem mächtigsten Gott im Götter Himmel auf seinem edlen Schimmel Sleipnir. Begleitet von den beiden Raben Hugin und Munin und seiner Frau Hel. Hel, die Vegetationsgöttin die in der Unterwelt eingezogen ist. Sie bringt Fruchtbarkeit und neues Leben genauso wie den Tod. Wotan zog mit seinem wilden Heer aus Naturgeistern und Seelen der Verstorbenen los um die Sonne aus der Unterwelt zu befreien. Es ist die Zeit der Ahnen, Naturwesen und Engel. In dieser Zeit wird auch das Schicksal für das kommende Jahr gesponnen. Es ist die Zeit außerhalb der Zeit.

Es gibt zwölf Raunächte in der Zeit vom 24. Dezember bis zum 6. Jänner. Die bekanntesten vier sind die vom

21/22. Dezember Die Thomasnacht, es ist die Wintersonnwende, die Wiedergeburt des Lichts.

Die Thomasnacht wird nicht in allen Regionen zu den Raunächten gezählt.

24./25. Dezember Weihnachten, die Heilige Nacht, die Christnacht mit der Geburt Jesus wird das Licht wieder sichtbar, wir schöpfen neue Zuversicht. Jetzt können wir Altes abschließen und loslassen und so Platz für Neues schaffen.

31. Dezember/ 1. Jänner Silvester. Dies die Zeit in der wir uns selbst finden. Wir machen uns Gedanken woher wir kommen aber vor allem wohin wir wollen.

5. Jänner/ 6. Jänner Die Heiligen drei Könige. Schutz und Segen. Die letzte der Raunächte schließt die Schwellenzeit ab. Verabschiede dich noch einmal von allem, was dich in der Vergangenheit belastet hat. Was gewesen ist vorbei. Jetzt ist es Zeit nach vorne zu schauen.

Die Raunächte laden dazu ein sich selber zu fragen

Was in meinem Leben möchte ich verändern und braucht meinen Schutz?

Für welche Herzensangelegenheiten stehe ich ein?

Welche Wunder machen mein Leben kostbar?

Welche Lebensthemen machen meinen Geist lebendig und wach?

Wie begegne ich schweren Situationen?

Kann ich mit anderen über meine Empfindungen und meine Gefühle sprechen?

Welche Herzensangelegenheiten möchten sichtbar werden?

Was oder wer hat Macht über mich?

In welchen Situationen unterdrücke ich mich selbst?

Wo möchte ich Kontrolle nicht abgeben?

Was lehnst du bei dir oder bei anderen ab?

Wie heißt mein Gegner? Welchen Schatz hütet er? Kannst du mit ihm Freundschaft schließen?

Was möchte in dir geboren werden?

Kann ich in den Spiegel der eigenen Fehler schauen?

Übernehme ich für alles und jeden die Verantwortung und übersehe ich dabei meine eigenen Bedürfnisse?

Gelingt es mir Situationen die nicht zu ändern sind mit Milde zu begegnen?

Wie stehe ich dem Fremden, dem Neuen, dem ganz Anderen gegenüber?

Erzähle dir selbst von deiner Sehnsucht.

Engelwurz - ist ein großer Lichtengel in Trauer und Schmerz

Holunder - begleite uns von eine Lebensphase in die nächste und unterstützt und das Richtige zur rechten Zeit zu tun.

Tanne - ist wie eine Lichtsäule die die Welten verbindet.

Harze - sind alte Wundheilmittel die auch ein gebrochenes Herz heilen können.

Flechte - schenkt Sauerstoff und lässt befreit aufatmen.

Beifuß - hüllt in einen wärmenden und schützenden Mantel.

Lavendel - öffnet das Seelenfenster und schenkt Entspannung.

Weißdorn - führt in die Tiefenentspannung und unterstützt den Heilschlaf. Er beruhigt das Herz- Kreislaufsystem und öffnet das Herz.

Rose - schenkt die Liebesfähigkeit.

Melisse - öffnet die Selbstfürsorge in Verbindung mit Styrax kann die Liebe im Herzen wieder fließen.

Johanniskraut - begleitet sensible Menschen. Es unterstützt sie und wirkt zugleich wie ein Schutzschild.

Föhren, Kiefern und Latschen - verleihen Standfestigkeit und geben die Gelassenheit das eine nach dem anderen zu tun.

Fichte - strahlt Gemütlichkeit aus, schenkt mütterlichen Trost, Führsorge und Sicherheit. Sie lässt uns durchatmen.

Rosmarin - wird seit jeher mit Tod, Trauer und Abschied aber auch mit Fruchtbarkeit und Liebe verbunden.

Schafgarbe - wirkt heilend und schützend, sie ermutigt und fördert die Entschlossenheit

Wacholder - schenkt neuen Mut und Zuversicht er begleitet und Beschütz.

Heckenrose - segnet den eigenen Weg, hilft voller Genuss zu erleben. Manchmal hat es den Anschein als füge sich alles wie im Märchen.

Myrrhe - steht für Erde, Köpergefühl und Weiblichkeit. Entschleunigt und löst Aufgeregtheit.

Weihrauch - stimmungsaufhellend und euphorisierend. Reinigt die Seele und klärt trübe Gedanken.

Das sind nur einige der Kräuter und ein Teil ihrer Wesensmerkmale. Allen ihren Eigenschaften kann man so nicht gerecht werden.

Ich persönlich finde dass wir beim Räuchern sowieso auf uns selber hören müssen. Wer, wenn nicht wir selber wissen schon was uns gut tut und was wir brauchen?

Wir Menschen sind so empfänglich für Düfte und Gerüche dass wir uns da völlig auf uns verlassen können.

In diesem Sinne Wünschen wir euch noch eine besinnliche und ruhige Adventszeit, ein friedvolles Weihnachtsfest im Kreise eurer Liebsten und viele Gut Gedanken für das Neue Jahr!

Monika Simma

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